Stress

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  In Einsätzen kann der Angehörige des Zivilschutzes grossem Stress ausgesetzt sein, der ihn bis an seine Leistungsgrenzen oder sogar darüber hinaus bringt. Er muss deshalb die wichtigsten Anzeichen und Auswirkungen von Stress kennen.
         
Definition des Begriffes «Stress»      
  Stress ist eine Beziehung zwischen Person und Umwelt, die von der Person als die eigenen Kräfte und Möglichkeiten beanspruchend oder übersteigend sowie das eigene Wohlbefinden gefährdend eingeschätzt wird. Stress bezieht sich auf innere und äussere Anforderungen, die in der subjektiven Einschätzung der Person die eigenen oder die generell zur Verfügung stehenden Ressourcen (Bewältigungsmöglichkeiten) auf die Probe stellen oder überschreiten. Dieses von der Person wahrgenommene Kräfteungleichgewicht zwischen Anforderungen an die Person und deren Bewältigungsmöglichkeiten führt zu Stressreaktionen.
     

(Lazarus & Launier,1991; Folkman, 1948)

         
  Stress löst im Menschen körperliche, gedankliche / emotionale und verhaltensmässige Reaktionen aus.
         
Zum Beispiel:        
  körperlich  

gedanklich/emotional

  verhaltensmässig
4 Kopfschmerzen 4

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

4 Vermehrter Nikotin-, Alkohol-, Tablettenkonsum
4 Erschöpfungsgefühle 4 Ängstlichkeit 4 Konzentrationsschwierigkeiten
4 Krampfanfälligkeit 4 Gereiztheit 4 Leistungsschwankung
4 Angespanntheit 4 Unsicherheit 4 Fehlzeiten (Krankheitstage)
4 Nervosität, motorische Unruhe 4 Reduziertes Selbstwertgefühl 4 Konflikte
4 Körperliche Tiefs 4 Depressive Verstimmung 4 Streit, Aggression gegen andere
4 Erhöhte Herzfrequenz 4 Aggressivität 4 Rückzug
4 Blutdrucksteigerung 4 Beklemmung 4 Isolierung
           
 

Die Auslöser von Stress werden als Stressoren bezeichnet. Diese können interner oder externer Art sein. Interner Art sind sie, wenn sie massgeblich als in der Person liegend beurteilt werden, extern, wenn es in der Umwelt erzeugte Anforderungen sind.

           

Auslöser in der eigenen Person

       
4 Ansprüche und Erwartungen an sich selbst    
4 Persönliche Ziele (beruflich/sozial/privat)    
4 Werte und moralische Vorstellungen    
4 Normative Aspekte, welche für das Individuum wichtig sind    
       
Auslöser in der Umwelt    
4 Erwartungen von aussen    
4 Aufgabenmenge    
4 Schwierigkeitsgrad    
4 Unklarheit der Aufgaben    
4 Verantwortung    
4 Soziale, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen    
       
Der Anblick eines grossen Unglücks kann den Betrachter völlig überfordern. Diese Reaktionen sind jedoch normal. Auch Reaktionen der Trauer und Verzweiflung nach einem Ereignis sind normal. Beim Vorliegen von Stress bestehen zwei Möglichkeiten, diesen abzubauen: Interventionen, die auf das Individuum (den Gestressten) gerichtet sind, oder Massnahmen, die auf die vermutete Ursache des Stresses gerichtet sind. Massnahmen, die auf die eigene Person ausgerichtet sind:
       
Bewertungen verändern, Relativierung durch Vergleich    
4 Erregungsreduktion (z.B. durch Entspannungstechniken)    
4 Erhöhung der körperlichen Belastbarkeit durch Ablenkung, Ernährung, Schlaf    
4 Direkter Gefühlsausdruck (z.B. weinen, Wut)    
       
Massnahmen, die auf den Stressor ausgerichtet sind:    
4 Modifikation der Arbeitsbedingungen    
4 Modifikation der Organisationsstruktur (z.B. Zeitmanagement)    
4 Fördern von Sozialkontakten    
4 Problemlösung