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Eindrücke aus dem
Grundkurs Betreuer
Da stand ich nun. Um mich herum alles neue Gesichter. Alle hatten
dieselbe Uniform und fast passend dazu denselben erwartungsvollen, wenn
nicht schon bangen Gesichtsausdruck. Die schweren Stiefel drückten an
allen Enden - war halt zu faul, sie zuvor einzutragen.
Das Programm der ersten drei Tage war mehrheitlich mit Theorie über
allerlei Organisationen, Institutionen und deren Zuständigkeitsbereiche
gefüllt. In den anschliessenden sieben Tagen ging es dann darum, aus uns
Taugenichtsen, ich meine Untauglichen, Betreuer zu formen.
Unserem Hauptmann, Peter Mathys, war es sichtlich ein Anliegen, aus
einem Haufen 20ig-jährigen Männern ein funktionsfähiges Team zu bilden.
Zu diesem Zweck mischte er ab und wann Übungen unter das Rahmenprogramm,
welche nur als Team lösbar waren.
Alsbald versuchten wir vergebens mit Hauptmann Martin "Hooch" Hug
einigen "Damen" mit Herzmassage und Beatmung etwas Leben einzuhauchen.
Nach zwei Wochen und viel Lernen und Lachen folgte als Abschluss die
Generalprobe. Es hiess, es müsse eine Sammel- und Betreuungsstelle
eingerichtet werden, um 100 Schutzsuchenden ein Obdach und Verpflegung
zu gewährleisten. Nach knapp 3 Stunden Pläneschmieden, Aufbauen und
Einrichten warteten wir nun also auf den Ansturm notleidender Menschen.
Der Ansturm erfolgte auch sogleich in Form von 20 aufgestellten
Schulkindern. Innert Kürze waren sämtliche Theorien von Notfallszenarien
über den Haufen geworfen worden und unser grösstes Problem bestand
darin, wie wir die Kids bis zum Mittagessen mit Spiel und Spass bei
Laune halten konnten. Mit etwas Kreativität lösten wir aber auch diese
Aufgabe und freuten uns über die Begeisterungsfähigkeit unserer
Schützlinge.
Als wir dann die Betreuungsstelle wieder geräumt hatten und sich der
Kurs seinem Ende zuneigte, schaute ich nochmals in unsere Runde, wie ich
dies vor zwei Wochen schon einmal tat. Nun aber, waren es nicht mehr
fremde, anonyme Gesichter, sondern es waren Freunde und Kameraden - ein
funktionsfähiges Team geworden.
Auf die Gefahr hin, dass ich den Mund hier etwas zu voll nehme, möchte
ich mich dennoch im Namen aller Beteiligten dieses Kurses bei der
Leitung und dem Küchenpersonal für diese zwei lehrreichen und
schmackhaften Wochen bedanken.
A. Kämpfer
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